Formale Struktur und musikalische Expressivität
Author(s) / Creator(s)
Tillmann, Barbara
Bigand, Emmanuel
Abstract / Description
Ziel der Studie war es, die Auswirkungen systematischer Veränderungen in globalen musikalischen Strukturen auf die wahrgenommene Ausdruckskraft zu untersuchen. Klavierstücke von Bach, Mozart und Schönberg wurden in kurzen Abschnitten von durchschnittlich sechs Sekunden segmentiert. Diese Stücke wurden entweder in Vorwärtsreihenfolge (Originalversion) oder in Rückwärtsreihenfolge (invertierte Version) miteinander verbunden. In der umgekehrten Version wurde die formale Gesamtstruktur der Stücke zerstört, aber weder die Musikersubjekte waren verpflichtet, die musikalische Ausdruckskraft dieser Stücke auf 29 semantischen Skalen zu bewerten. Die eine Hälfte hörte sich die drei Originalversionen an, die andere Hälfte die drei invertierten Versionen. Bei beiden Gruppen gab es eine starke Wirkung der verschiedenen Musikstücke auf die Ausdruckskraft. Demgegenüber war die Wirkung der Version gering und hauptsächlich auf das Schönberg-Stück zurückzuführen. Wie bei den Bach- und Mozart-Stücken beeinträchtigte das Spielen der Stücke in einer vorwärts oder rückwärts gerichteten Reihenfolge weder die Expressivität noch das Kohärenzgefühl. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß kurze Stücke genügend Informationen enthielten, um die Expressivität für Nicht-Musikhörer zu definieren. Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Ergebnissen überein, die von Gotlieb & Konecni (1985), Cook (1987), Karno & Konecni (1992) berichtet wurden, und werfen die Frage nach der psychologischen Realität globaler musikalischer Strukturen auf. [Translated with www.DeepL.com]
The aim of the study was to assess the effect of systematic modifications in global musical structures on perceived expressiveness. Piano pieces by Bach, Mozart, and Schönberg were segmented in short chunks of six seconds on average. These chunks were linked either in a forward order (original version) or in a backward order (inverted version). In the inverted version, the formal global structure of the pieces was destroyed, but neither the musician subjects were required to rate the musical expressiveness of these pieces on 29 semantic scales. One half listened to the three original versions, the other half to the three inverted versions. For both groups, there was a strong effect of the different musical pieces on expressiveness. On the other hand, the effect of the version was slight and mainly due to the Schönberg piece. As for the Bach and the Mozart pieces, playing the chunks in a forward or backward order affected neither the expressiveness, nor the feeling of coherence. These findings suggest that short chunks displayed enough information to define expressiveness for non musician listeners. These results agree with previous ones reported by Gotlieb & Konecni (1985), Cook (1987), Karno & Konecni (1992), and raised the question of psychological reality of global musical structures.
Persistent Identifier
Date of first publication
1995
Is part of
Behne, K.-E., Kleinen, G. & de la Motte-Haber, H. (Hrsg.). (1995). Musikpsychologie. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie. Band 12: Empirische Forschungen - Ästhetische Experimente. Wilhelmshaven, Deutschland: Noetzel.
Publisher
Noetzel
Citation
Tillmann, B. & Bigand, E. (1995). Formale Struktur und musikalische Expressivität. In K-E Behne, G Kleinen & H de la Motte-Haber (Hrsg.), Musikpsychologie. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie. Band 12: Empirische Forschungen - Ästhetische Experimente. Wilhelmshaven, Deutschland: Noetzel.
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Author(s) / Creator(s)Tillmann, Barbara
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Author(s) / Creator(s)Bigand, Emmanuel
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PsychArchives acquisition timestamp2020-08-20T10:06:03Z
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Made available on2020-08-20T10:06:03Z
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Date of first publication1995
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Abstract / DescriptionZiel der Studie war es, die Auswirkungen systematischer Veränderungen in globalen musikalischen Strukturen auf die wahrgenommene Ausdruckskraft zu untersuchen. Klavierstücke von Bach, Mozart und Schönberg wurden in kurzen Abschnitten von durchschnittlich sechs Sekunden segmentiert. Diese Stücke wurden entweder in Vorwärtsreihenfolge (Originalversion) oder in Rückwärtsreihenfolge (invertierte Version) miteinander verbunden. In der umgekehrten Version wurde die formale Gesamtstruktur der Stücke zerstört, aber weder die Musikersubjekte waren verpflichtet, die musikalische Ausdruckskraft dieser Stücke auf 29 semantischen Skalen zu bewerten. Die eine Hälfte hörte sich die drei Originalversionen an, die andere Hälfte die drei invertierten Versionen. Bei beiden Gruppen gab es eine starke Wirkung der verschiedenen Musikstücke auf die Ausdruckskraft. Demgegenüber war die Wirkung der Version gering und hauptsächlich auf das Schönberg-Stück zurückzuführen. Wie bei den Bach- und Mozart-Stücken beeinträchtigte das Spielen der Stücke in einer vorwärts oder rückwärts gerichteten Reihenfolge weder die Expressivität noch das Kohärenzgefühl. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, daß kurze Stücke genügend Informationen enthielten, um die Expressivität für Nicht-Musikhörer zu definieren. Diese Ergebnisse stimmen mit früheren Ergebnissen überein, die von Gotlieb & Konecni (1985), Cook (1987), Karno & Konecni (1992) berichtet wurden, und werfen die Frage nach der psychologischen Realität globaler musikalischer Strukturen auf. [Translated with www.DeepL.com]de_DE
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Abstract / DescriptionThe aim of the study was to assess the effect of systematic modifications in global musical structures on perceived expressiveness. Piano pieces by Bach, Mozart, and Schönberg were segmented in short chunks of six seconds on average. These chunks were linked either in a forward order (original version) or in a backward order (inverted version). In the inverted version, the formal global structure of the pieces was destroyed, but neither the musician subjects were required to rate the musical expressiveness of these pieces on 29 semantic scales. One half listened to the three original versions, the other half to the three inverted versions. For both groups, there was a strong effect of the different musical pieces on expressiveness. On the other hand, the effect of the version was slight and mainly due to the Schönberg piece. As for the Bach and the Mozart pieces, playing the chunks in a forward or backward order affected neither the expressiveness, nor the feeling of coherence. These findings suggest that short chunks displayed enough information to define expressiveness for non musician listeners. These results agree with previous ones reported by Gotlieb & Konecni (1985), Cook (1987), Karno & Konecni (1992), and raised the question of psychological reality of global musical structures.en_US
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Publication statuspublishedVersion
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Review statusnotReviewed
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CitationTillmann, B. & Bigand, E. (1995). Formale Struktur und musikalische Expressivität. In K-E Behne, G Kleinen & H de la Motte-Haber (Hrsg.), Musikpsychologie. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie. Band 12: Empirische Forschungen - Ästhetische Experimente. Wilhelmshaven, Deutschland: Noetzel.
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ISBN3-7959-0704-7
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Persistent Identifierhttps://hdl.handle.net/20.500.12034/2930
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Persistent Identifierhttps://doi.org/10.23668/psycharchives.3315
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Language of contentdeu
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PublisherNoetzel
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Is part ofBehne, K.-E., Kleinen, G. & de la Motte-Haber, H. (Hrsg.). (1995). Musikpsychologie. Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie. Band 12: Empirische Forschungen - Ästhetische Experimente. Wilhelmshaven, Deutschland: Noetzel.
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Dewey Decimal Classification number(s)150
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TitleFormale Struktur und musikalische Expressivitätde_DE
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TitleFormal structure and musical expressiveness [Translated with www.DeepL.com]en_US
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DRO typebookPart
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